AGV Herford

Chronik

Unser Verein "AGV"

 September 2007

 

Unser Verein


Liebe Leserin, lieber Leser,

der AGV wurde am 27.01.1907 gegründet. (vormals Taubstummenverein zu Herford, später Taubstummenverein „Herfordia“, dann Ortsbund der Gehörlosen von 1907 und später ab ca. 1951 Allgemeiner Gehörlosen – Verein von 1907 e.V. Herford). Durch den Krieg wurde der AGV aufgelöst und nach dem Krieg von vertriebenen Gehörlosen wieder neu gegründet. Leider sind durch die 2 Weltkriege viele Unterlagen verloren gegangen. Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele Gehörlose aus Ost- und Westpreußen, Schlesien und Pommern nach Herford. Alle wollten eine soziale Gemeinschaft zur Kommunikation, gegenseitiger Hilfestellung aber auch Freizeitgestaltung gründen. Auch zu regelmäßigen Gottesdiensten trafen sich die Gehörlosen. Für die Zeit von 1907 – 1985 kann ich leider nicht viel schreiben, da sowohl Unterlagen als auch einige Zeitzeugen fehlen.
Die Vorsitzenden: 1950 übernahmen als 1.Vorsitzender Heinz Schwambat, später Wilhelm Kreideweiß, Friedel Sievert, Karl Schmidt, Ernst Reichardt und seit 1969 Elli Culmann bis 1990 das Amt.

Vor 36 Jahren kam ich nach Herford, ich selbst bin nicht Westfale sondern Niedersachse. 1985 traten meine Frau und ich und Ehepaar Osterkamp in den AGV – Herford ein. Es gab nur 15 Mitglieder, doch in den darauf folgenden Jahren traten viele neue Mitglieder ein, die Zahl stieg auf über 70. Der Altersdurchschnitt liegt bei 35 – 90 Jahren. Heute sind wir ca. 65 Mitglieder.
Seit 1987 ist das Gehörlosen-Zentrum im Markthallen – Keller, viele Gehörlose haben fleißig daran gearbeitet und das meiste in Eigenleistung gefertigt. Die Gehörlosen wollen zusammen sein und treffen sich regelmäßig. Sommerfest oder Herbstfest feiern wir im Gehörlosen-Zentrum. Oft haben wir übermäßig viel Besuch von Gehörlosen aus anderen Städten. In unserem Verein fühlen wir uns sehr wohl.

25 Jahre schon leitet unser Hauswart Wolfgang Osterkamp das Gehörlosen-Zentrum. Wir danken ihm sehr für seinen Einsatz!

Der Verein ist die soziale Gemeinschaft der Gehörlosen aus Stadt und Kreis Herford und Umgebung aber auch einiger Gehörloser aus Niedersachsen, z.B. Melle, Osnabrück und Rinteln: also haben auch sie ihre Heimat in Herford. Durch den Kontakt zu anderen Gehörlosen werden einzelne aus ihrer Isolierung befreit.

Der AGV bietet den Gehörlosen die Möglichkeit, sich zu unterhalten, Meinungen auszutauschen, Trauriges oder Lustiges zu erzählen oder zu „hören“, zu helfen oder selbst Hilfe zu bekommen.

 

In der Freizeit bietet der Verein Gestaltungsmöglichkeiten:
z.B. Seniorentreffen, Radtouren, Wanderungen und Romméabende. Es werden auch Bildungsfahrten organisiert, das sind z.B. pro Jahr eine 1- Tagesfahrt oder 2-Tagesfahrt, meist in schöne deutsche Landschaften und Städte, auch mit Führung. Aber da fehlen uns dann die Dolmetscher!
Einige Gehörlose gehen jeden 2. Sonntag im Monat zum Gottesdienst nach Bünde, da dort mit Gebärden gepredigt wird. Anschließend gibt es gemeinsames Kaffeetrinken und Unterhaltung.

Unsere Senioren treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Kaffeetrinken mit Diskussionen und Unterhaltung im Gehörlosen-Zentrum. Die Senioren machten auch Wanderungen oder Besichtigungsfahrten.

Wir sind glücklich über die Anerkennung der Gebärdensprache, aber wir haben immer noch Probleme mit Dolmetschern. Bis heute fehlen genügend eigene Dolmetscher/innen, wir müssen sie aus anderen Städten holen, denn auch für kleinere Dinge werden sie benötigt, wie z.B. Arztbesuche, Behördengänge etc. Schwierigkeiten gibt es daher immer mit der Finanzierung. Behörden weigern sich oft, die Kosten für Dolmetscher zu übernehmen, aber aus eigener Tasche können die meisten Gehörlosen es nicht bezahlen. Wir brauchen dringend einen Dolmetscher – Fond in unserem Verein, aber fehlen Sponsoren für diese Kosten.

Wie die Zukunft für unseren Verein aussieht wissen wir noch nicht. Die Altersarmut (z.B. Rentner haben oft nicht genug Geld für Verein oder Freizeit) und Arbeitslosigkeit (Gehörlose mit Hartz IV können sich den Vereinsbeitrag oft nicht leisten.) lassen den Verein schrumpfen. Es gibt immer ältere Gehörlose und wenig junge, die dazu kommen. Wir kennen auch nicht die politische und wirtschaftliche Entwicklung für die Zukunft, aber wir hoffen für alle Gehörlosen und Hörenden das Beste und wünschen allen ein harmonisches Leben.

 

Günter Sibrowski
1.Vorsitzender

 

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